Meschede. Ursprünglich waren die Objekte von Gerd Götze als Anschauungsobjekt für Werkstudenten gedacht. Aber die kamen so gut an, dass daraus mehr wurde. Formen und Gebilde, die ihm als Fertigungsleiter der Matrizenherstellung unter die Augen und Hände kommen, verarbeitet er in Arbeitspausen zu Kunst aus Aluminium.
Ihn faszinieren die Kraft und der Formenreichtum, der entsteht, wenn der rund 500 Grad heiße Werkstoff wie ein Plätzchenteig durch die Matrizen gepresst wird. Unter dem Motto »Honsel meets Art« stellt die Firma Honsel seit Samstag die Werke von zehn Mitarbeitern aus, die sich neben ihrer Arbeit künstlerisch betätigen.
Talent oft erst vor kurzem entdeckt
Besucher des Werkes Meschede können im Kommunikationszentrum noch ein halbes Jahr eine bunte Mischung aus verschiedenen Stilrichtungen und Materialien sehen: Neben Metallskulpturen zeigt die Ausstellung Fotografien, Holzschnitzarbeiten, Collagen und Zeichnungen.
Manche der Künstler, wie Andreas Pott, der durch einen Volkshochschulkurs zur Fotografie kam, haben ihr Talent und ihre Leidenschaft erst vor kurzem entdeckt. Andere, wie Friedrich Husmeier, der eine Krippengruppe aus Lindenholz zeigt, gehen ihrem Hobby seit 30 Jahren nach.
Betriebsschlosser werkelt für Märkte
Auf der Suche nach etwas Besonderem für den Garten waren die Schlosser Ralf Abshoff und Klaus Peters. Weil sie es nirgendwo fanden, fingen sie an, Metallskulpturen selbst zu bauen. Entstanden sind Libellen, deren Form sie aus einem Buch über Insekten abgepaust haben. Acht Stunden benotigen sie für eine kleine Libelle von 30 Zentimeter Länge, 40 Stunden für die großen Exemplare von bis zu einem Meter.
Verkauft haben sie noch keine dieser Riesenlibellen: »Bei den vielen Arbeitsstunden entsteht ein Preis, den wohl nicht viele bereit sind zu zahlen«, meint Abshoff. Anders geht es da Edgar Hesse, der seit 25 Jahren als Betriebsschlosser bei Honsel arbeitet. Seit drei Jahren fertigt er in seiner Freizeit Figuren aus Kupfer, die er auf historischen Märkten verkauft.
»Kunst schärft und vertieft die individuelle Wahrnehmungsfähigkeit«, sagte Geschäftsführer Hans-Joachim Hagebölling bei der Eröffnung. Er sieht die Ausstellung als Beitrag zur Wirtschaftskultur und Unternehmenskommunikation. Außer der Anerkennug persönlicher Talente zeigt sie auch eine besondere Verbundenheit mit Beruf und Werkstoff.
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